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Welche Haustiere sind in Mietwohnungen erlaubt?

Welche Haustiere sind in Mietwohnungen erlaubt?

Für viele Menschen gehören ihre Haustiere zu sehr wichtigen Begleitern im Leben. Dabei hat die Freundschaft zwischen Menschen und Tieren bereits eine lange Geschichte. Auch die Wohngemeinschaft beider Spezies ist nicht erst in der heutigen Zeit ein Thema, sie hat historische Wurzeln. Dennoch taucht oft die Frage auf, ob Haustiere in der Wohnung gehalten werden dürfen. Das Mietrecht hat für Haustiere in einer Mietsache Regelungen, die es zu beachten gilt. Welche rechtlichen Grundlagen gibt es, welche Haustiere sind generell erlaubt und was gilt für Hunde und Katzen? Dies und mehr erfahren Sie im folgenden Beitrag.

Gibt es rechtliche Grundlagen zur Haltung von Haustieren in der Wohnung?

Können Vermieter Haustiere in der Wohnung verbieten? Hier gibt es oft Unsicherheiten, denn die Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Weder Vermieter noch Mieter können sich auf ein Gesetz berufen, dass die Haltung von Tieren in Wohnungen grundsätzlich regelt. Entscheidend ist, was im Mietvertrag vereinbart wird und um was für ein Tier es sich handelt.

Bereits 1993 hat der Bundesgerichtshof entschieden, dass eine generelle Mietvertragsklausel, die Haustiere in der Mietsache grundsätzlich ausschließt, nicht zulässig ist. Genauso unwirk­sam ist eine Klausel, wenn sie ausschließ­lich Kleintierhaltung erlaubt. Beide Verbote bedeuten eine unan­gemessene Benach­teiligung des Mieters. Denn besondere Fälle und Interessenlagen würden hier keine Berücksichtigung finden, so zum Beispiel die Haltung eines Therapiehundes. Das bedeutet allerdings nicht, dass alle Tiere in der Wohnung gehalten werden dürfen.

Kleintiere in der Wohnung sind erlaubt

Unabhängig davon, was im Mietvertrag zur Tierhaltung steht, sind harmlose Kleintiere in der Wohnung erlaubt. Laut Bundesgerichtshof sind das Tiere, die in geschlossenen Behältnissen gehalten werden können. Wenn also von Kleintieren die Rede ist, sind Hamster, Chinchillas, Kaninchen, Rennmäuse oder Meerschweinchen gemeint. Auch auf Schildkröten, Zierfische und Vögel wie Wellensittiche oder Kanarienvögel trifft der Begriff zu. Für die Haltung dieser Tiere muss der Vermieter nicht um Erlaubnis gebeten werden.

Doch es gibt auch Ausnahmen und Tierarten, bei denen Vermietern gerichtlich gestattet wurde, diese zu verbieten. Hierzu zählen zum Beispiel Frettchen, die durch ihren intensiven Eigengeruch eine Belästigung darstellen können. Auch Sittiche oder Papageien, die durch ihre Lautstärke auch in Ruhezeiten zum Problem werden, können verboten werden. Die Haltung von Ratten wurde in den 90er Jahren noch gerichtlich untersagt, in der Zwischenzeit ist aber ein neues Urteil ergangen, das die Haltung von Ratten in geschlossenen Käfigen auch ohne Zustimmung des Vermieters zulässt.

Für Exoten wie Echsen, Schlangen oder Vogelspinnen ist allerdings in der Regel die Erlaubnis des Vermieters notwendig, denn gefährliche Arten müssen nicht geduldet werden. Hier ist zudem oft auch eine gesetzliche Haltungserlaubnis notwendig.

Und was gilt für Hunde oder Katzen in der Mietwohnung?

Da Hunde und Katzen keine Kleintiere sind, ist ihre Haltung in der Wohnung nicht automatisch erlaubt. Zwar hat der BGH auch hier ein generelles Haustierverbot im Mietvertrag für unzulässig erklärt, aber gleichzeitig im Mietrecht Haustiere, die nicht zu den Kleintieren gehören, zur Einzelfallentscheidung gemacht. Das bedeutet, dass Vermieter die Haltung  zwar nicht pauschal verbieten dürfen, doch vertraglich verlangen können, dass ihre Zustimmung eingeholt wird. Damit ist der Vermieter frei in der Entscheidung, ob er der Haltung zustimmt oder nicht.

Wenn die Tierhaltung zum mietvertraglichen Gebrauch einer Wohnung zählt, kann es aber sein, dass der Vermieter zustimmen muss. Bei einer Katze ist das in der Regel der Fall. So darf der Vermieter die Haltung einer Katze nicht generell verbieten. Enthält der Mietvertrag eine derartige Klausel, ist sie unwirksam. Steht im Mietvertrag allerdings ausdrücklich, dass die Haltung einer Katze vom Vermieter erlaubt werden muss, müssen Mieter sich daran halten.

Bei einem Hund hängt die Erlaubnis vom Einzelfall und einer Interessenabwägung aller Beteiligten ab. Hier spielen auch beispielsweise folgende Umstände eine Rolle: Art, Größe und Anzahl der Haustiere, Lage und Zustand der Wohnung oder des Hauses und Interessen der anderen Mietparteien.

Wenn es keine gewichtigen Gründe gibt, die dagegen sprechen, muss der Vermieter gemäß Mietrecht die Haustiere tolerieren und seine Zustimmung geben. Hier gilt auch eine mündliche Zusage, genauso wie eine stillschweigende Duldung über einen längeren Zeitraum. Ohne Grund kann diese dann auch nicht zurückgenommen werden.

Allerdings sind Auflagen möglich, an die sich ein Mieter halten muss, wenn es um Hunde oder Katzen geht. So kann der Vermieter zum Beispiel verlangen, dass das Tier kastriert wird oder er kann die maximale Anzahl von Haustieren festlegen.

 

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