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Reallasten – Einfluss der wiederkehrenden Leistungen auf den Grundstückswert

Reallasten – Einfluss der wiederkehrenden Leistungen auf den Grundstückswert

Reallasten definieren das Recht eines Dritten, wiederkehrende Leistungen aus einem Grundstück zu beziehen. Dieses Recht kann einen erheblichen Einfluss auf den Wert des Grundstücks haben. Welche Arten von Reallasten es gibt und wie sie sich auf den Grundstückswert auswirken, erfahren Sie im folgenden Beitrag.

Was sind Reallasten?

Reallasten sind wiederkehrende Leistungen, auf die ein Begünstigter durch Einigung mit dem Grundstückseigentümer und Eintragung in das Grundbuch ein Anrecht hat. Sie sind gesetzlich in den Paragraphen §1105 bis §1112 des Bürgerlichen Gesetzbuchs geregelt. Die Reallast kann auch unter bestimmten Bedingungen oder mit einer Befristung bestellt werden, die jeweils auch in das Grundbuch eingetragen werden müssen.

Welche Arten von Reallasten gibt es?

Reallasten können verschieden geregelt sein. Unterschieden wird zwischen der subjektiv-dinglichen Reallast und der subjektiv-persönlichen Reallast.

Bei der subjektiv-dinglichen Reallast ist es irrelevant, wer gerade tatsächlich Grundstückseigentümer ist. Das Recht besteht zugunsten des im Grundbuch eingetragenen Eigentümers, die Reallast ist mit dem Grundstück verbunden. Bei einer entsprechenden Vereinbarung kann die Reallast nach dem Tod des Schuldners weitervererbt werden.

Die subjektiv-persönliche Reallast besteht zugunsten einer bestimmten Person und ist nicht an das Grundstück an sich gebunden. Die persönliche Reallast kann nicht vererbt werden und erlischt mit dem Tod des Schuldners.

Sollte ein Grundstück mehrere Eigentümer, so genannte Bruchteilseigentümer, haben, besteht außerdem die Möglichkeit, nur einen Bruchteil des Grundstücks mit einer Reallast zu versehen.

Aus der Reallast entstehende Rechte und Pflichten

Das Interessante an der Reallast ist, dass es sich nicht zwingend um eine Verpflichtung zu Geldzahlungen handeln muss. Es bleibt dem Schuldner, also dem Eigentümer des Grundstücks, überlassen, wie er die Schuld aus der Reallast tilgt. Dies ist zum Beispiel auch mit Dienst- und Sachleistungen möglich. So ist bei landwirtschaftlichen Grundstücken vor allem die Tilgung durch Naturalien üblich. Für die Leistungen, die der Eigentümer des Grundstücks zur Tilgung der Reallast erbringt, haftet er persönlich. Eine Reallast berechtigt den Gläubiger nicht direkt, das Grundstück nutzen zu dürfen.

Der Schuldner ist verpflichtet, mit der Erfüllung seiner Reallast nicht in Verzug zu kommen. Sollte dieser Fall doch eintreten, ist der Gläubiger dazu berechtigt, die Zwangsvollstreckung einzuleiten und der Schuldner riskiert, sein Grundstück zu verlieren.

Beispielfälle für Reallasten

Ein beliebtes Anwendungsgebiet für Reallasten ist die Altersvorsorge. Beispiele für Reallasten sind Fälle, in denen Eltern ihren Kindern ein Grundstück noch zu Lebzeiten übertragen, die Kinder aber an die Erbringung von Reallasten binden, um ihren Lebensstandard weiterhin aufrecht erhalten zu können. Bei landwirtschaftlichen Grundstücken oder Waldgrundstücken kann die Reallast in der Lieferung von Ernteerträgen oder der Lieferung von Holz bestehen.

Reallasten und Grundstückswert

Der Einfluss der Reallast auf den Grundstückswert hängt von der Art der Belastung ab, die aus der Reallast resultiert. Tatsache ist aber, dass eine bestehende und im Grundbuch eingetragene Reallast den Wert des Grundstücks immer mindert. Daher müssen bei der Wertbestimmung von Immobilien bestehende Reallasten immer mit einkalkuliert werden.

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