Ihr Ansprechpartner für den Ankauf von Immobilien

Jetzt anrufen: 0461 67426338

Neue Gebäuderichtlinien der EU: Was kommt auf Hausbesitzer zu?

Neue Gebäuderichtlinien der EU: Was kommt auf Hausbesitzer zu?

Bereits seit 2021 arbeitet die EU an einer Neufassung der EU-Gebäuderichtlinie EPBD (Energy Performance of Buildings Directive). Nun wurde Mitte März vor den Verhandlungen mit den Mitgliedsstaaten die ehrgeizige Position der EU zur neuen Gebäudeverordnung beschlossen. Ziel der EU ist, Gebäude künftig klimafreundlicher zu machen und schädliche Emissionen zu reduzieren. Dafür sollen auch neue Energieeffizienzklassen definiert werden. Was plant die EU für den Gebäudesektor und was bedeutet das für Hausbesitzer? Mehr dazu im nachfolgenden Beitrag.

Warum werden neuen Gebäuderichtlinien von der EU geplant?

Der Gebäudesektor hat innerhalb der EU einen beachtlichen Anteil am gesamten Energiebedarf: So entfallen in der gesamten Europäischen Union derzeit rund 40 Prozent des Energieverbrauchs und etwa 36 Prozent der Treibhausgas-Emissionen auf Gebäude. Diese Zahlen sind vergleichbar mit denen in Deutschland. Damit ist der Gebäudesektor einer der wichtigsten Hebel, um klimaschädliche Emissionen zu reduzieren.

Daher hat sich das Europäische Parlament mit einer deutlichen Mehrheit für eine Neufassung der EU-Gebäuderichtlinie ausgesprochen. Dies soll ein entscheidender Schritt hin zu weniger CO2 und damit den gesetzten Klimaschutzzielen der EU sein.

Was plant die EU für den Gebäudesektor?

Zu den beschlossenen Änderungswünschen der EU gehört, dass Neubauten ab 2028 emissionsfrei sein sollen. Für Neubauten, die Behörden nutzen, betreiben oder besitzen, soll dies schon ab 2026 gelten. Außerdem sollen alle Neubauten bis 2028 mit Solaranlagen ausgestattet werden, sofern dies technisch möglich und wirtschaftlich vertretbar ist. Bei Wohngebäuden, bei denen größere Renovierungen nötig sind, bleibt dafür bis 2032 Zeit.

Zudem sprach sich das EU-Parlament für konkrete Sanierungsverpflichtungen für Gebäude aus. Hierfür sollen Vorgaben zur stufenweisen Verbesserung der energetisch schlechtesten Gebäude eingeführt werden. Dabei sollen die sogenannten Mindesteffizienzstandards (Minimum Energy Performance Standards – MEPS) eine wichtige regulatorische Lücke schließen, um kontinuierlich die Energieeffizienz des Gebäudebestandes zu verbessern.

Da die Standards technologieneutral sind, bieten sie den Eigentümern und Eigentümerinnen Flexibilität bei der Wahl von Maßnahmen, die zur Erreichung des geforderten Energiestandards dienen. Moderate, aber verbindliche Anforderungen sollen dazu anregen, entsprechende Schritte umzusetzen. Dabei sollen Förderprogramme, Beratungsangebote und CO2-Bepreisung bestehen bleiben und dabei helfen, erforderliche Sanierungsmaßnahmen sozialverträglich und zugleich möglichst kompatibel mit den Klimazielen zu gestalten.

Beschlossen wurde gleichzeitig, dass die Sanierungspflichten neben den Förderprogrammen von umfangreichen Ausnahmeregelungen begleitet werden.

Welche neuen Energie-Effizienzklassen will die EU definieren?

Aktuell gibt es in Deutschland neun Energieklassen im Gebäudesektor. Diese reichen von A+ bis H. Für die Einstufung ist der Energiebedarf der Immobilie entscheidend, wobei nicht nur die Heizungsanlage, sondern beispielsweise auch die Dämmung eine Rolle spielt.

Die  EU will neue Energieeffizienzklassen von A für sehr gut bis G für schlecht einführen. Auf der Skala von A bis G – wobei die Energieeffizienzklasse G den 15 % der Gebäude mit den schlechtesten Werten im Gebäudebestand eines Mitgliedstaats entspricht – müssen Wohngebäude dem Vorschlag zufolge bis 2030 mindestens Klasse E und bis 2033 Klasse D erreichen. Nichtwohngebäude und öffentliche Gebäude müssen diese Energieeffizienzklassen bis 2027 bzw. bis 2030 erreichen.

Da die von der EU geplanten Energieeffizienzklassen nur von A-G reichen, gäbe es dann zwei weniger als derzeit in Deutschland. Demzufolge ist es denkbar, dass beispielsweise ein Haus, das aktuell die Effizienzklasse G hat, nach EU-Regeln dann in die Klasse F kommt.

Ab wann könnten die neuen Regelungen gelten?

Der Beschluss des EU-Parlaments ist noch nicht verbindlich, sondern bildet die Ausgangsposition für weitere Schritte. Denn die Europäische Kommission, der Europäische Rat (die Mitgliedsstaaten) und das Europäische Parlament müssen noch verhandeln und über die endgültige Form der Gebäuderichtlinien entscheiden. Bei diesen drei EU-Organen liegen die Vorstellungen zur Ausgestaltung der Mindesteffizienz-Standards noch relativ weit auseinander. Worin aber bereits Einigkeit besteht: Alle Organe haben sich für die Einführung von Mindesteffizienz-Standards für die schlechtesten Bestandsgebäude ausgesprochen. Anschließend müssen die Anforderungen von den Mitgliedsstaaten noch in nationales Recht umgesetzt werden – hier werden ihnen noch gewisse Spielräume gewährt. Seriöse Aussagen zu Zeitpunkten und konkreten Details sind also derzeit noch nicht möglich.

Sicher ist, dass nicht ein Großteil des Gebäudebestandes kurzfristig den neuen Vorgaben entsprechen muss. Man möchte schrittweise vorgehen, durch entsprechende Vorlaufzeiten Planungssicherheit und Orientierung gewährleisten und niemanden überfordern.

Wer mehr zum Thema lesen möchte: Der Bundesverband der Verbraucherzentralen hat auf seiner Homepage (https://www.vzbv.de/meldungen/gebaeudeeigentuemerinnen-muessen-keine-explodierenden-kosten-fuerchten) umfangreiche Informationen zusammengestellt und gibt dort auch Antworten auf die wichtigsten Fragen zu den geplanten Mindesteffizienzstandards in der EU-Gebäuderichtlinie (EPBD).

 

Haftungsausschluss: Die Blogartikel von Immobiliendirektankauf besitzen lediglich einen informativen Charakter und stellen keine Rechts- oder Anlageberatung dar.

Sie haben Fragen?

Schreibe Sie uns eine E-Mail oder rufen Sie uns an – wir freuen uns von Ihnen zu hören.

Jetzt anrufen0461 67426338