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Heimtiere im Gemeinschaftsgarten: Was ist erlaubt?

Heimtiere im Gemeinschaftsgarten: Was ist erlaubt?

Für Mieter und auch Eigentümer von Wohnungen ist der Gemeinschaftsgarten oft die einzig zugängliche Grünanlage in unmittelbarer Nähe des Hauses. Häufig nutzen gerade Hundehalter diesen für den Freigang und die kleine Gassirunde mit ihrem Vierbeiner. Doch ist das erlaubt? Und darf man seinen Hund im Gemeinschaftsgarten ohne Leine toben lassen? Was gilt für den Freilauf von Katzen und darf man für seine Meerschweinchen oder Kaninchen dort ein Gehege aufstellen? Worauf man achten sollte, um Ärger mit Nachbarn und Vermietern zu vermeiden, erfahren Sie im nachfolgenden Beitrag.

Was gilt für Hunde im Gemeinschaftsgarten?

Bei gemeinschaftlichen Anlagen wie Gärten eines Miethauses oder von Eigentumswohnungen müssen generell die Bedürfnisse und Interessen aller Parteien berücksichtigt werden. Dies gilt also sowohl für Tierhalter als auch für die nicht-tierhaltenden Nutzer des Gemeinschaftsgartens. Ist in der Hausordnung nichts anderes vermerkt, kann davon ausgegangen werden, dass auch Hunde den Gemeinschaftsgarten nutzen dürfen

Doch dürfen Mieter ihren Hund ohne Leine im Gemeinschaftsgarten laufen lassen? In den meisten Fällen ist das nicht erlaubt - zumindest gibt es Regeln und Vorgaben, die eingehalten werden müssen.

Unter der Voraussetzung, dass alle Mieter bzw. Eigentümer, die den Gemeinschaftsgarten nutzen, damit einverstanden sind, darf man seinen Hund grundsätzlich dort frei laufen lassen. Sollte allerdings auch nur ein Bewohner dies nicht wünschen oder sich gar darüber beschweren, muss der Hund angeleint werden. Der Grund für eine solche Beschwerde muss nicht zwingend beispielsweise eine Verunreinigung durch den Hund sein, es reicht aus, wenn ein Bewohner ganz subjektiv Angst vor Hunden hat (Beschluss OLG Karlsruhe v.20.05.2008/Az: 14 Wx 22/08).

Wann gilt eine Leinenpflicht im Gemeinschaftsgarten?

Hunde, die aufgrund ihrer Größe oder ihres Verhaltens andere Gartennutzer gefährden bzw. beeinträchtigen, müssen im Gemeinschaftsgarten angeleint werden. Eine Beeinträchtigung liegt auch dann schon vor, wenn der Hund zwar friedlich ist, aber bedrohlich wirkt und bei Anderen Angst hervorruft. Hier kann ein Hundehalter sich nicht auf die Friedlichkeit seines Vierbeiners berufen, denn in besonderen Situationen kann es auch überraschend zu kurzzeitiger Aggressivität kommen. Außerdem können kleine Kinder beispielsweise auch durch friedlich tobende Hunde umgerannt werden. So stellt ein frei umherlaufender Hund unter Umständen eine große Einschränkung dar und der Garten ist damit für andere Bewohner unbenutzbar. Die Freiheit für Hund und Hundehalter hört also da auf, wo Andere beeinträchtigt werden. Auch kleinere Hunde dürfen bei Beeinträchtigung der anderen Mieter nicht ohne Leine im Garten herumlaufen. Hier ist die Chance allerdings deutlich größer, dass die übrigen Gartennutzer den Hund dulden.

Hundekot im Gemeinschaftsgarten

Hier sprechen die Gerichte eine einheitliche Sprache: Hundekot im Gemeinschaftsgarten stellt eine massive Beeinträchtigung dar und muss von keinem Nutzer hingenommen werden. Und er bringt nicht nur Ärger mit den Nachbarn, sondern auch mit dem Vermieter. Hier sollte also jeder Hundebesitzer selbstverständlich dafür sorgen, dass mögliche Hinterlassenschaften seines Vierbeiners schnellstens entfernt werden.

Was gilt für Katzen im Gemeinschaftsgarten?

Für Katzen gelten andere Regeln. Sie werden als Freigänger bezeichnet. Von Katzenbesitzern kann man daher nicht verlangen, die Katze in der Wohnung zu halten oder den Freigang auf ein bestimmtes Grundstück zu beschränken.Auch eine Anleinpflicht, wie sie für Hunde vom Vermieter festgelegt werden kann, gibt es für Katzen nicht. Trotzdem sollten Besitzer von Freigängerkatzen selbstverständlich Rücksicht auf ihre Nachbarn nehmen und – so gut es geht – ein Auge auf ihre Samtpfoten haben.

Ist ein Kleintiergehege im Gemeinschaftsgarten erlaubt?

Kleintierhaltung in Wohnungen bedarf keiner Zustimmung des Vermieters. Doch wie ist es, wenn ein Halter beispielsweise für seine Meerschweinchen oder Kaninchen ein Gehege im Gemeinschaftsgarten aufstellen möchte? Hierfür ist die Zustimmung des Vermieters und aller anderen Gartennutzer nötig. Und gibt es eine Erlaubnis, kann diese jederzeit fristlos vom Vermieter widerrufen werden, auch ohne triftige Gründe.

Mietvertrag und Hausordnung schaffen Klarheit.

Ein Blick in den Mietvertag verschafft oft schon Klarheit darüber, was grundsätzlich erlaubt oder verboten ist. In vermieteten Mehrfamilienhäusern liegt nicht nur jeder Partei ein Mietvertrag, sondern meist auch eine detaillierte Hausordnung vor. In der Hausordnung finden sich in der Regel auch die Vorgaben, die für die Nutzung des Gemeinschaftsgartens - auch in Bezug auf die Tierhaltung - gelten.

Wenn sich ein Mieter über die Tierhaltung im Gemeinschaftsgarten beschwert, muss der Vermieter grundsätzlich auf die Beschwerde eingehen und eine eventuell erteilte Erlaubnis widerrufen. Tut er dies nicht, hat der Mieter das Recht, eine Mietminderung vorzunehmen. Der Freilauf von Hunden im Garten entgegen der Hausordnung kann nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs sogar eine fristlose Kündigung rechtfertigen.

 

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