Ihr Ansprechpartner für den Ankauf von Immobilien

Jetzt anrufen: 0461 67426338

Gebäudeenergiegesetz: Was bedeutet die Austauschpflicht für Öl- und Gasheizungen?

Gebäudeenergiegesetz: Was bedeutet die Austauschpflicht für Öl- und Gasheizungen?

Im Gebäudeenergiegesetz (GEG) sind die Anforderungen an die energetische Qualität von Gebäuden, an die Erstellung und Verwendung von Energieausweisen und an den Einsatz erneuerbarer Energien festgelegt. Das Gesetz hat die Energieeinsparverordnung (EnEV), sowie das Energieeinsparungsgesetz (EnEG) und das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) abgelöst und deren Inhalte zusammengeführt. Im GEG ist eine Austauschpflicht für viele Öl- und Gasheizungen, die über 30 Jahre alt sind, vorgeschrieben. Doch es gibt einige Ausnahmen von dieser Regelung. Nachfolgend erfahren Sie mehr zu diesem Thema, das viele Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer derzeit beschäftigt.

Warum sollten alte Heizungen ausgetauscht werden?

Statistisch gesehen sind in Deutschland rund die Hälfte aller Öl- und Gasheizungen älter als 20 Jahre. Diese Anlagen entsprechen nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik. In den vergangenen Jahren wurde die Technik von den verschiedenen Herstellern immer weiter optimiert und neue, energiesparende Heizanlagen benötigen zum einen für die selbe Heizleistung weniger Brennstoff, zum anderen erzeugen sie um bis zu 30% weniger Emissionen. Mit neuen und effizienten Heizungen sparen Hausbesitzer also nicht nur Kosten, sondern sie leisten außerdem einen Beitrag zum nachhaltigen Umgang mit Ressourcen und zur Senkung der CO2-Emissionen.

Welche Heizungsanlagen müssen ausgetauscht werden?

Die Austauschpflicht gilt für Hausbesitzer, die ihre selbst genutzten Häuser nach dem 1. Februar 2002 übernommen haben. Auch für Erben, die nach diesem Stichtag geerbt haben, aber schon länger im Haus wohnen, gilt diese Pflicht.

Laut GEG sind müssen dann bestimmte Heizkessel ausgetauscht werden:

  • Öl- und Gas-Heizkessel, die älter als 30 Jahre sind: Aktuell sind dann Heizungen betroffen, die das Baujahr 1992 oder früher haben.
  • …die eine übliche Größe mit einer Heizleistung von 4 bis 400 kW haben.
  • …die die Konstanttemperaturtechnik verwenden. Diese heizen äußerst ineffizient und verbrauchen deutlich mehr Energie als nötig.

Gibt es Ausnahmen von der Austauschpflicht?

Es gibt zahlreiche Ausnahmen von der Austauschpflicht. So müssen Eigentümer, die ihr Haus seit dem 1. Februar 2002 oder früher selbst bewohnen, ihre alten Heizkessel nicht austauschen. Bei einem Haus, das nach dem genannten Stichtag erworben wurde, müssen Gas- und Ölheizungen, die älter als 30 Jahre sind, ausgetauscht werden. Die neuen Eigentümer haben dann zwei Jahre Zeit, ihre alten Heizungsanlagen durch neue zu ersetzen, ansonsten muss mit Bußgeldern gerechnet werden.

Nachfolgend eine Auflistung von Ausnahmen, die von einer Austauschpflicht befreien:

  • Kaufdatum der Immobilie: Beim Erwerb des Hauses vor dem 2. Februar 2002 und der Nutzung der darin vorhandenen Heizung.
  • Technik: Wenn der Heizkessel älter als 30 Jahre alt ist, aber bereits mit Niedertemperatur- oder Brennwerttechnik funktioniert.
  • Leistung: Wenn ein Konstanttemperaturkessel mit einer Nennleistung von weniger als vier Kilowatt heizt.
  • Einzelraumheizung: Wenn derÖl- oder Gasheizkessel nur zum Beheizen eines Raumes verwendet wird.
  • Warmwasserbereitung: Wenn der Gas- oder Ölkessel ausschließlich zur Warmwassererzeugung genutzt wird.
  • Brennstoffe: Wird mit Holz oder anderen Festbrennstoffen geheizt, ist ein Austausch nicht zwingend erforderlich. Allerdings muss das Heizsystem die Grenzwerte für Feinstaub einhalten.

Darf man noch neue Öl- und Gasheizungen einbauen?

Bereits im Koalitionsvertrag hatte die Ampel-Koalition festgelegt, dass ab 2025 alle neu eingebauten Heizungen mit einem Mindestanteil von 65 Prozent an erneuerbaren Energien betrieben werden müssen. Dieser Termin soll nun auf Januar 2024 vorgezogen werden. Der Einbau reiner Öl- oder Gasheizungen wäre dann grundsätzlich ab 2024 verboten.

Das Papier "65 Prozent erneuerbare Energien beim Einbau von neuen Heizungen ab 2024: Konzeption zur Umsetzung" des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz stellt Hauseigentümern verschiedene Optionen zur Verfügung, um die 65-%-EE-Vorgabe für neu eingebaute Heizungen zu erfüllen.

Für bereits eingebaute Heizanlagen gilt, dass sie auch nach 2024 weiter betrieben werden dürften – es sei denn, es handelt sich um ältere, austauschpflichtige Heizungen. 

Im aktuellen Gesetzentwurf heißt es dazu:

  • Ab 2024 dürfen in Deutschland nur noch Heizungsanlagen verbaut werden, die zu mindestens 65 % mit erneuerbaren Energien betrieben werden.
  • Alleinstehende Heizsysteme, die diese Vorgabe erfüllen, sind etwa die Wärmepumpe oder die Biomasseheizung. 
  • Aber auch Gasheizungen dürfen weiterhin alleine verbaut werden, wenn sie Biomethan, grünen Wasserstoff oder andere „grüne Gase“ als Brennstoff nutzen.
  • Zudem ist die Installation von Gasheizungen weiterhin in Kombination mit einer Biomasse- sowie Elektroheizung oder bei einem Fernwärmeanschluss möglich.

Bis 2045 sollen aber alle heizungstechnischen Anlagen vollständig auf die erneuerbare Energien umgestellt werden. Und auch die Nutzungsdauer der bestehenden Heizungen soll schrittweise von 30 auf 20 Jahre begrenzt werden.

 

Haftungsausschluss: Die Blogartikel von Jensen & Doering besitzen lediglich einen informativen Charakter und stellen keine Rechts- oder Anlageberatung dar. 

Sie haben Fragen?

Schreibe Sie uns eine E-Mail oder rufen Sie uns an – wir freuen uns von Ihnen zu hören.

Jetzt anrufen0461 67426338